Silvio und die Frauen Bericht der Offenbach-Post über den Eulenempfang der CDU
Silvio und die Frauen Neu-Isenburg - Der schwarze Vogel hatte sie gerufen, und die Narren aller Altersgruppen und jeder politischen Couleur waren ins Alfred-Delp-Haus geeilt, um mit Gott Jokus zu feiern. Von Enrico Sauda Auch Pfarrer Norbert Bachus stieg im Alfred-Delp-Haus in die Eulalia-Bütt.„Alle, welche Pracht, ham sich auf den Weg gemacht. Sie treffen sich wie jedes Jahr, hier bei der Eulalia“, reimte Thorsten Klees, Parteichef der Isenburger Christdemokraten, die den „Eulenempfang“ im katholischen Gemeindesaal alljährlich auf die Beine stellen. Zur Eröffnung ging Klees auf Karneval, Weltpolitik, Boulevard und lokale Ereignisse ein. Verzichten mussten die CDU'ler im prall gefüllten Partykeller auf Rathauschef Herbert Hunkel – parteilos, wie mehrfach an diesem Abend betont wurde. „Der Bürgermeister, es is net schee, trinkt heut’ zuhaus Kamilletee.“ Seitenhieb auf Bundespräsident Christian Wulff Klar, dass Klees in seiner Büttenrede einen Seitenhieb auf Bundespräsident Christian Wulff nicht ausließ: „Ich steh hier vorne in de Bitt, ich hatte nie ‘nen Hauskredit.“ Auch sei er noch nie erster Klasse geflogen, und „ich hab als oberstes Gebot, nie einem Redakteur gedroht“. Die Bildzeitung wisse nicht einmal, dass es ihn gibt. „Kein Wunder, weil mich keiner kennt, ich war niemals Präsident. Als CDU-Chef, mit Helau, bist du eine arme Sau.“ Auch mit dem italienischen Ministerpräsidenten ging er sehr humorvoll ins Gericht. So habe Dominique Stauss-Kahn diesem mal Pillen geschenkt und gesagt: „Wenn du sie schluckst in großen Stücken, kannst du am Tag zehn Frau’n beglücken. Da fragte Silvio ohne Titel: Ey – ise dase eine Beruhigungsmittel?“ Griechenland, der Rettungsschirm, die SPD und die Linke bekamen ebenfalls ihr Fett weg. Auch auf die Hochzeit von William und Kate ging Klees ein, doch für ihn war die schönste Hochzeit des Jahrhunderts eine andere: „Es war Anfang Juni, des weiß ich genau, denn da hat geheirat mei heutige Frau.“ Büttenreden, Gesang und Tänze Büttenreden, Gesang und Tänze prägten diese ausgelassene Sitzung, in deren Rahmen sowohl ein Comeback als auch eine Premiere gefeiert wurden. Zum einen trat nach etlichen Jahren Werner Krause, karnevalistisches Urgestein der Hugenottenstadt, wieder auf, und zum anderen stand der langjährige Stadtpost-Redakteur Rolf Kauke-Möllers erstmals in seinem Leben in einer Bütt. Beide nahmen sie die Politik aufs Korn. Der eine auf traditionelle Fastnachtsart, der andere, ganz Mann der vierten Gewalt, mit vielen Hintertürchen sowie Ironie und wenig Reimen. Weil: Erstens sei er Experte und zweitens: „Ich bin ja wirklich ein Journalist. Und deshalb red’ ich jetzt, wie ich immer schreib: schlecht. Naja: Schlecht schreiben kann ich ganz gut. Aber schlecht reden? Ausgerechnet über Neu-Isenburg? Wo doch hier alles so harmonisch ist“, meinte Kauke-Möllers. Ein weiteres Highlight des Abends waren der Vortrag von Pfarrer Norbert Bachus, der zum Karneval seiner einstigen Wirkungsstätte einen Besuch abstattete. Der Showtanz der Schwarzen Elf, der Auftritt der Eulalia-Singer und das Finale mit den Cappuccinos rundeten die gelungene und kurzweilige Veranstaltung ab.
aktualisiert von Walter Winter, 17.02.2012, 11:38 Uhr |